Ägyptisch-Hethitischer Friedensvertrag

Zusammengefügte Fragmente einer Tontafel mit dem Vertragstext, Archäologisches Museum Istanbul

Als Ägyptisch-Hethitischer Friedensvertrag wird eine auf den 21. Peret im 21. Regierungsjahr des Ramses II. (ca. 1259 v. Chr.)[1] datierte Übereinkunft zwischen dem ägyptischen Pharao Ramses II. und dem hethitischen Großkönig Ḫattušili III. bezeichnet. Vor allem in der älteren Forschung und deren Rezeption wird sie als ältester paritätischer Staatsvertrag und Friedensvertrag der Menschheitsgeschichte gewertet.[2] Von der jüngeren Forschung wird jedoch einerseits bezweifelt, ob es sich überhaupt um einen Friedensschluss im modernen Sinne handelt. Andererseits geht man davon aus, dass schon früher Friedensverträge geschlossen wurden, auch wenn von diesen kein Text überliefert ist.[3]

Eine ägyptische Version des Textes ist seit dem frühen 19. Jahrhundert bekannt. Eine keilschriftliche Fassung wurde dann kurz nach der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert von deutschen Archäologen in der Türkei entdeckt. Seitdem hat der Vertrag Ägyptologie, Altorientalistik und Rechtsgeschichte immer wieder beschäftigt. Sowohl hinsichtlich der Bedeutung seines Inhalts als auch hinsichtlich seiner historischen Bewertung wurde dabei bis heute keine Einigkeit erzielt.

In der Populärkultur überwiegt die Rezeption der klassischen Auffassung als bahnbrechender Friedensschluss. So wird eine Kopie des Vertragstextes heute im UN-Gebäude in New York ausgestellt.