Antonius und Cleopatra

Antonius und Cleopatra (engl. Antony and Cleopatra) ist der Titel eines wahrscheinlich um 1606/1607 entstandenen Theaterstückes von William Shakespeare. Es handelt von der Liebe und dem tragischen Schicksal des römischen Generals Marcus Antonius und der ägyptischen Königin Kleopatra. Das zu den sogenannten „Römerdramen“ gehörende Stück kann als eine Fortsetzung von Julius Caesar angesehen werden, es spielt in Rom, Ägypten, Griechenland und Nordafrika und umfasst die historische Erzählzeit von ca. 10 Jahren, von Antonius' Heirat mit Octavia 40 v. Chr. bis zum Selbstmord des Liebespaares 30 v. Chr.

Shakespeares Hauptquelle sind Plutarchs Parallelbiographien in der englischen Übersetzung von Sir Thomas North aus dem Jahre 1579. Das mit 3000 Zeilen und über 40 Szenen umfangreiche und komplexe Werk war dem Theaterpublikum lange Zeit nur in Form stark verkürzter Nachdichtungen bekannt. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts gab es zeitgleich in England und Deutschland textnahe Aufführungen. Es wird bis heute selten gespielt, wurde aber mehrfach verfilmt. Seit dem überschwänglichen Urteil Coleridges begeistern sich Kritiker vor allem für die Figur der Kleopatra. Im 20. Jahrhundert ist das Stück Gegenstand von Untersuchungen zu Shakespeares Darstellung von Geschlechterdifferenz, kolonialer Herrschaft und den Anfängen des britischen Weltreiches.