Bauernrechtsliteratur

Die Bauernrechtsliteratur war eine juristische Literaturgattung im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Sie stellte die Rechtslage und die Spruchpraxis der Gerichte, insbesondere des Reichskammergerichts, in Konflikten der Bauern mit ihren Grund- und Leibherren in der Spätzeit der feudalen Ordnung vom ausgehenden 16. bis zum 19. Jahrhundert dar. Nach den Bauernkriegen (1524 bis 1525) bestand auch bei den Territorialherren das Bedürfnis, dass Konflikte zwischen Grundherren und Bauern ohne Gewalt ausgetragen werden können. Das Gewaltverbot mündete in eine Verrechtlichung der Konflikte[1] indem die Möglichkeiten verbessert wurden, Untertanenprozesse anzustrengen. Während die bauernfreundliche Literatur von der grundsätzlichen Freiheit des Bauern ausging, betonte die grundherrenfreundliche Literatur dessen prinzipielle Unfreiheit.