Boßler (Unternehmerfamilie)

Hausflagge der Reedereien Gebr. Bossler in Neckarsteinach und Bossler oHG in Heidelberg[1]

Boßler[2][3] auch Bossler[4][5] ist der Name einer deutschen und originär hessischen Kaufmanns-, Schiffer- und Unternehmerfamilie aus dem Sektor der Passagier- und Güterschifffahrt auf den Flüssen Neckar und Rhein. Die lückenlose Stammreihe des seit 1822 in Neckarsteinach im hessischen Kreis Bergstraße ansässigen Geschlechts ist ab dem Jahr 1616 im Gebiet des historischen Amtes Lichtenberg belegt. Vorfahren traten dort als Gerichts- und Amtspersonen sowie als fürstliche Beamte im Dienst der Landgrafen von Hessen-Darmstadt auf. Die Gesamtfamilie unterteilt sich in eine ältere und eine jüngere Familienlinie.

Die ältere Linie war in der Güterschifffahrt auf dem Rhein und seinen Nebenflüssen tätig. Zwei der von Mitgliedern dieser Familienlinie erbauten Binnenhandelsschiffe erlangten nationale Bedeutung. Eines galt 1991 als das größte Binnenschiff der Bundesrepublik. Das andere Schiff ging 2007 durch den Excelsior-Unfall und die damit verbundene Sperrung des Rheins in die Schifffahrtsgeschichte ein.

Die jüngere Linie der Familie konzentrierte sich auf das Geschäftsfeld der Passagierschifffahrt. Sie betrieb ein Schifffahrtsunternehmen mit Sitz in Bad Friedrichshall sowie zwei Reedereien in Neckarsteinach und Heidelberg. Mitglieder der jüngeren Familienlinie gelten als Pioniere der Fahrgastschifffahrt auf dem Neckar, da sie bereits in den 20er Jahren in diesem Geschäftsfeld tätig waren. Nachkommen des Schifffahrtsunternehmers Andreas Boßler (* 1884; † 1961) sind heute als Gesellschafter an der Passagierreederei Weiße Flotte Heidelberg GmbH & Co. KG beteiligt.