Geschichte Rostocks

Blick von Norden über die Warnow auf die Stadt Rostock: Links die Altstadt mit der Petrikirche und der Nikolaikirche, zentral die mittelstädtische Marienkirche, im Westen (rechts) die Neustadt mit der Jakobikirche.
Kolorierter Kupferstich; Franz Hogenberg 1597
Stadtplan in der Vogelschau von Norden aus gesehen: Links die östlich durch die Warnow und westlich durch die „Grube“ begrenzte Altstadt mit Petrikirche und Altem Markt (unten) und Nikolaikirche (oben), in der Mitte die Marienkirche, darüber der Neue Markt, rechts die Jakobikirche im Westen der Stadt. Unten die breite Unterwarnow im Norden, an der der Stadthafen liegt.
Radierung; Wenzel Hollar 1624/25

Die Geschichte Rostocks ist stark von der geografischen Lage der Stadt an der Unterwarnow nahe der Mündung in die Ostsee geprägt. Um 1165 als Rozstoc erstmals erwähnt, war bereits früher dort ein slawischer Handelsplatz in ein überregionales Seehandelsnetz eingebunden. Ab dem späten 12. Jahrhundert entwickelte sich eine deutsche Siedlung, der 1218 das lübische Stadtrecht bestätigt wurde und die rasch wuchs, so dass bald drei selbstständige Teilstädte existierten, die sich in den Jahren 1262 bis 1265 vereinigten. Rostock wurde zum Zentrum der Herrschaft Rostock und war seit Mitte des 13. Jahrhunderts Mitglied der Hanse. Während der Blüte der Hansestadt, die ihren Höhepunkt im 15. Jahrhundert erreichte, wurden repräsentative Profan- und Kirchenbauten im Stil der Backsteingotik errichtet und 1419 die Universität gegründet. Als mecklenburgische Landesstadt, der nie der Schritt zur Freien Stadt gelang, ist die Geschichte Rostocks von einem ständigen Gegen- und Miteinander mit den mecklenburgischen Herzögen geprägt. Dabei standen vor allem die wirtschaftlichen Interessen der Stadt den politischen und militärischen der Landesherren gegenüber. 1531 führte der Rat der Stadt offiziell die Reformation ein.

Mit dem Niedergang der Hanse, dem Dreißigjährigen Krieg und einem Stadtbrand im Jahre 1677 sank Rostock in die Rolle einer Provinzstadt zurück, blieb jedoch das geistige und wirtschaftliche Zentrum Mecklenburgs. Die Industrialisierung setzte in Rostock relativ spät ein. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Rostock und Warnemünde ab Mitte der 1930er Jahre mit den Heinkel- und Arado Flugzeugwerken zu Zentren der Rüstungsindustrie und in dieser Folge auch erste Ziele des Luftkriegs im Zweiten Weltkrieg, der die Stadt schwer in Mitleidenschaft zog. In der DDR war Rostock Bezirksstadt und wurde systematisch ausgebaut. Seit der Deutschen Wiedervereinigung ist Rostock mit über 205.000 Einwohnern (2016) größte Stadt des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern und als eines der vier Oberzentren des Landes mehr als doppelt so groß wie die Landeshauptstadt Schwerin. Im Jahr 2018 feiert die Stadt ihr 800-jähriges Jubiläum, im Jahr 2019 das 600-jährige Bestehen der Universität.[1]