Geschichte des Kantons Aargau

Aargauer Kantonswappen

Die Geschichte des Kantons Aargau handelt vom 1803 gegründeten Kanton Aargau in der Schweiz und seinen verschiedenen Vorgängerterritorien.

Die Besiedlung des Gebiets lässt sich bis zu 150'000 Jahre nachweisen, die ersten historisch fassbaren Bewohner waren die Helvetier. Etwas mehr als 400 Jahre, bis zu Beginn des 4. Jahrhunderts, herrschten die Römer, wobei vor allem die Stadt Augusta Raurica und das Legionslager Vindonissa von grosser Bedeutung waren. Die verbleibende gallorömische Bevölkerung wurde durch einwandernde Alemannen allmählich assimiliert. In der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts entstand die Gebietsbezeichnung Aargau, als Gau im Fränkischen Reich. Teile des heutigen Kantonsgebiets gehörten zum Frickgau, zum Sisgau und zum Zürichgau.

Im Mittelalter übten verschiedene Adelsgeschlechter die Herrschaft über Gebiete im Aargau aus. Dazu gehörten die Lenzburger, die Kyburger und die Zähringer. Die grösste Bedeutung erlangten die Habsburger, die durch Erbfolge zu einer der mächtigsten Herrscherdynastien im Heiligen Römischen Reich aufstiegen. Ihre Machtbasis verlagerte sich gegen Ende des 13. Jahrhunderts nach Österreich. Ihr Stammland Aargau ging jedoch 1415 verloren, als es von den Eidgenossen erobert wurde.

Die Eidgenossen teilten das Territorium unter sich auf. Der grösste Teil im Westen, der Berner Aargau, war Untertanengebiet der Stadt Bern, kleinere Gebiete gelangten an die Städte Luzern und Zürich. Zwei Gebiete wurden zu Gemeinen Herrschaften, die unter gemeinsamer Verwaltung der an der Eroberung beteiligten Orte standen: die Grafschaft Baden und die Freien Ämter. Nur das Fricktal blieb österreichischer Besitz. Aufgrund der Herrschaftsstrukturen entwickelten sich die einzelnen Gebiete nun unterschiedlich. Eine weitere Trennung ergab sich durch die Reformation, die sich im Berner Aargau und in Teilen der Grafschaft Baden durchsetzen konnte.

Als Folge des Franzoseneinfalls und der Gründung der Helvetischen Republik entstanden 1798 der Kanton Aargau (der nur den westlichen Teil umfasste) und der Kanton Baden, vier Jahre später auch der Kanton Fricktal. 1803 verfügte Napoleon Bonaparte die Verschmelzung der drei Kantone zum Kanton Aargau. Das neue Staatswesen entwickelte sich trotz seiner inneren Zerrissenheit zu einem liberalen Vorreiter und löste mehrere Entwicklungen aus, die 1848 zur Gründung des modernen Bundesstaates beitrugen. Obwohl der Aargau heute von der Einwohnerzahl her der viertgrösste Kanton der Schweiz ist, wird er vor allem als Energie- und Durchfahrtskanton wahrgenommen und bekundet Mühe, sich zwischen den Zentren Basel, Bern und Zürich als eigenständige Region zu behaupten.

Karte des Kantons Aargau

Inhaltsverzeichnis