Jüdischer Parasit

Nationalsozialistisches Propagandaplakat aus dem Generalgouvernement, 1941, mit der Aufschrift: „Żydzi – wszy – tyfus plamisty“ (deutsch „Juden – LäuseFlecktyphus).[1]

Der „jüdische Parasit“ ist ein Stereotyp über Juden, das fast immer antisemitischen Charakter hat. Dahinter steht die Vorstellung, die Juden der Diaspora wären zu eigener Staatsbildung unfähig und würden daher Staaten und Völker – die biologistisch als Organismen bzw. Volkskörper imaginiert werden – parasitär befallen und ausnutzen. Das Stereotyp tritt oft verbunden mit dem Vorwurf des Wuchers und der Trennung von „schaffendem“, also produktivem, und „raffendem“, nichtproduktivem (Finanz-)Kapital auf. Das Stereotyp ist seit der Zeit der Aufklärung nachweisbar. In der Zeit des Nationalsozialismus diente es zur Legitimation der Judenverfolgung bis hin zum Holocaust.