Kartoffelrevolution

„Sturm auf die Kartoffelstände“, Lithografie von Vinzenz Katzler

Als Kartoffelrevolution werden Tumulte bezeichnet, die sich zwischen dem 21. April und 23. April 1847 in der preußischen Hauptstadt Berlin ereigneten. Die Tumulte werden zusammen mit dem Ersten Vereinigten Landtag zur unmittelbaren Vorgeschichte der Berliner Märzrevolution von 1848 gerechnet. Die Ursachen lagen in der elenden sozialen Situation größerer Teile der Stadtbevölkerung. Anlässe lieferten unter anderem die stark erhöhten Lebensmittelpreise aufgrund vorangegangener Missernten.

Die Kartoffelrevolution wird von der Forschung in erster Linie als eine Hungerunruhe charakterisiert. Gleichzeitig handelte es sich um eine Strafaktion gegen die verbreiteten Betrugsmethoden der Berliner Bäckereien und Fleischereien. Der Name Kartoffelrevolution geht auf den Umstand zurück, dass die Unruhe mit der Plünderung von Kartoffelständen begann. Erst durch Einsatz von Militär konnten die Unruhen nach drei Tagen beendet werden.