Stadtmorphologie

Radial konzentrisch angelegte Straßen in Washington, D.C.

Stadtmorphologie ist ein Forschungsgebiet des Städtebaus und der Stadtgeographie.

Die Stadtmorphologie befasst sich mit den Siedlungs- und Stadtformen sowie mit den physischen Formungsprozessen innerhalb der Siedlungskörper. Gegenstand ist somit die Struktur der Bebauung, die Parzellenbildung als Grundlage für Bauten, die Gebäudetypologie und die Netze der Erschließung.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der historischen Analyse der Entwicklung und der Transformation von Stadtstrukturen. Fragen wie Welche Bauformen haben eine lange Lebensdauer und warum? oder Wie elastisch ist das vorhandene Gefüge zur Anpassung an neue Bedürfnisse? und Sind die Merkmale des vorhandenen Bautengefüges auch ein Maßstab für Neubauten? sind nur einige Aspekte, mit denen sich Stadtmorphologen befassen.

Der dabei aufgegriffene Begriff der „Morphologie“ (Gestaltlehre) ist ein genetischer Begriff, der auf Johann Wolfgang von Goethe zurückgeht, der ihn für die Lehre von der Genese der Formen einführte. In der Sprache bedeutet Morphologie die Formenlehre, die, vom Wort ausgehend, die Analyse der Flexionsformen und der Wortarten umfasst und auch die Wortbildung einbeziehen kann. Im Bereich der physischen Geographie behandelt die Geomorphologie Formen und formbildende Prozesse der Oberfläche von Erde und Himmelskörpern.