Wuchang-Aufstand

Banner des Wuchang-Aufstandes, später Flagge der Armee der Republik China von etwa 1913–1928
Die Sun Yat-Sen Statue in Wuhan soll an den Aufstand von Wuchang erinnern. Hinter der Statue befand sich der nach dem Aufstand eingerichtete Sitz der Militärregierung.

Der Wuchang-Aufstand (chinesisch 武昌起義, Pinyin Wǔchāng qǐyì) begann am 10. Oktober 1911 in der Hauptstadt der chinesischen Provinz Hubei. Nach einer langen Reihe erfolgloser Aufstände in verschiedenen Städten des Landes gelang es den Aufständischen von Wuchang, die lokale Regierung zu stürzen. Im Ergebnis des Aufstandes wurde mit der Militärregierung von Hubei das erste moderne Regime auf chinesischem Boden eingesetzt, die Republik China ausgerufen und mit dem chinesischen Kaiserreich das langlebigste politische System der Menschheit beendet. In der Folge erklärten binnen kurzer Zeit zahlreiche Provinzen ihre Unabhängigkeit, was den Beginn der nach dem chinesischen Jahr Xinhai (~ 1911) benannten Xinhai-Revolution markierte. Somit bildet der Wuchang-Aufstand den Beginn der republikanischen Ära Chinas.

Der Wuchang-Aufstand wurde nicht von den revolutionär-demokratischen Kräften um Sun Yat-sen ausgelöst, die einen Plan für die Zeit nach dem Sturz der Qing-Dynastie hatten, sondern von Unteroffizieren der Neuen Armee. Diese verfolgten vor allem das Ziel, die Mandschu von der Macht zu vertreiben. Nachdem der Aufstand trotz der dilettantischen Vorbereitung und Durchführung geglückt war, legten die Revolutionäre die gewonnene Macht freiwillig in die Hände von Vertretern der traditionellen Aristokratie um Li Yuanhong, wenngleich dieser mit der Revolution nichts zu tun hatte. Dank des Zutuns der eingesessenen städtischen Eliten wurde zwar die Qing-Dynastie beendet, soziale Fortschritte wurden hingegen verhindert. Die Regierungen, die das neue Regime hervorbrachte, waren schwach und korrupt, kaum ein Funktionär konnte sich länger als sechs Monate auf seiner Position halten. Lis Macht wurde hingegen unantastbar, auch Suns Tongmenghui schaffte es nicht, sie zu begrenzen. Nach der Abdankung des letzten Kaisers Puyi waren die Beziehungen zwischen Lis Militärregierung und Sun Yat-sens provisorischer Regierung gespannt, Li verbündete sich in der Folge mit dem späteren Diktator Yuan Shikai.

Mit Ausnahme der Vertreibung der Mandschu vollbrachten die Aufständischen deshalb keine wirkliche Revolution. Die Aristokratie festigte ihre Machtbasis, die ausländische Einflussnahme, gegen die sich die Aufständischen auflehnen wollten, nahm zu. Die fünfzehn Jahre nach dem Wuchang-Aufstand waren in der Folge von der Herrschaft zahlreicher Kriegsherren geprägt.